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Gesund

Depressionen erkennen

Depressionen gehören zu den schwersten psychischen Erkrankungen und werden trotzdem unterschätzt. Kennen Sie den Unterschied zu einem Stimmungstief? Und können Sie eine depressive Phase bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen erkennen?
 

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:

Hier erfahren Sie, wie Sie eine Depression erkennen, welche Symptome und Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wo Sie Hilfe finden.

Inhaltsverzeichnis

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Kurze, kalte Tage, lange Nächte – das schlägt vielen auf die Stimmung. Licht hat einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden: Statt des müde machenden Schlafhormons Melatonin regt es die Produktion des positiv aktivierenden „Glückshormons“ Serotonin an. Deshalb geht eine „saisonal bedingte Depression“ mit erhöhtem Schlafbedürfnis und Heißhunger einher – und vorüber.

Auch sonst kennt jeder Zeiten, in der sich die Welt grauer und anstrengender anfühlt als sonst. Krisen, Verlust und Stress gehören immer wieder zum Leben. Aber „Reiß dich zusammen!“ zu einem Menschen zu sagen, der seit Wochen nicht aus dem Tief kommt, wäre fatal. Dahinter kann eine „echte“ Depression stecken und dann ist der Betroffene schwer krank. Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe erklärt: „Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können sich selten allein von ihrer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und ihren negativen Gedanken befreien. Aber es gibt gute und effektive Möglichkeiten der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung.“

Definition: Was sind Depressionen?

Nach Angaben der Deutschen Depressionshilfe sind 24 % der Deutschen im Laufe ihres Lebens von einer Depression betroffen, 26 % durch erkrankte Angehörige mitbetroffen. Eine Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen und sehr ernst zu nehmen, denn Depressionen sind unter anderem die häufigste Ursache von Suizid. Während einer depressiven Episode gerät der Stoffwechsel im Gehirn aus dem Gleichgewicht, manche Bereiche funktionieren anders als sonst. Bei Betroffenen, die jung an einer chronischen Depression erkranken, können ganze Hirnregionen verändert sein. Die Folge: Sie fühlen sich einer Schwermut ausgesetzt, die über Wochen, Monate oder Jahre anhält und ein normales Leben fast bis ganz unmöglich macht, wenn sie nicht therapiert wird.

Warum einer an Depression erkrankt und der andere nicht, ist bis heute nicht wissenschaftlich belegt. Eine genetische Veranlagung, traumatische Erfahrungen und belastende Krisen können Risikofaktoren und Auslöser sein, führen jedoch nicht zwangsläufig zur Depression.
 

Sie haben auf nichts mehr Lust, düstere Gedanken nehmen zu und das Gefühl, selbst unter anderen einsam zu sein, nimmt zu? Das sind Anzeichen, die auf eine Depression hindeuten können. Suchen Sie sich bitte professionelle Hilfe, im ersten Schritt kann auch der Hausarzt helfen.

Symptome: Wie Sie Depressionen erkennen

Viele Betroffene berichten, dass die Krankheit „schleichend“ kam, so wie bei Lina P.: „Alles fing mit Schlafstörungen an. Anfangs waren die noch leicht, dann kamen Panikattacken dazu.“ Andere fühlten sich „lustlos und leer“ oder wie „versteinert“. Weitere typische Frühsymptome sind: Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Energiemangel, Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Wenn mindestens ein Hauptsymptom und fünf der folgenden Zusatzsymptome länger als zwei Wochen anhalten, sollte ein Arzt eine Depression nicht ausschließen. Hauptsymptome, an denen Sie Depressionen erkennen, sind: hoffnungslose, negative bzw. sarkastische Stimmung, Interessenverlust/Freudlosigkeit, Antriebsmangel/erhöhte Ermüdbarkeit und bei Männern auch öfter Wutausbrüche oder der Griff zum Alkohol. Zusatzsymptome sind: Appetitmangel, Aufmerksamkeitsdefizite, Libidoverlust, Konzentrationsstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuld- und Wertlosigkeitsgefühle, starke Schlafstörungen, negative und pessimistische Zukunftsvorstellungen, Selbsttötungsgedanken und -versuche. Zudem tritt die Depression laut Neurologen und Psychiatern im Netz bei 70 bis 80 % der Patienten in Verbindung mit Angstgefühlen bis zu einer behandlungsdürftigen Angststörung auf.

Sind Sie unsicher, ob Sie selbst Depressionen haben? Machen Sie den Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe.

Unterscheiden sich die Symptome bei Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern?

„Eine Depression zeigt sich bei Kindern anders als bei Jugendlichen und bei beiden anders als bei Erwachsenen“, beantwortet Dr. Yonca Izat, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie die Frage. Laut der Deutschen Depressionshilfe sind 6 % der unter 18-Jährigen davon betroffen.

Als typische Anzeichen für eine Depression, die Eltern bei Kindern erkennen können, nennt Dr. Izat:

  • anhaltende gedrückte Stimmung, Interessenverlust oder sozialer Rückzug
  • Leistungsabfall in der Schule und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlaf- und Essstörungen
  • körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen ohne organische Ursache 
  • vermehrte Reizbarkeit oder Aggressivität

Depressive Jugendliche geben an, dass sie die eigenen Gefühle nicht mehr wahrnehmen können. Sie schlafen schlechter, können sich nur schwer konzentrieren, reagieren gereizter und verlieren die Hoffnung.

Die meisten affektiven Störungen, zu denen depressive Episoden sowie bipolare Störungen gehören, beginnen typischerweise zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Frauen sind doppelt so oft davon betroffen wie Männer. Manche erleben sie zuerst als „Wochenbettdepression“, Frauen mit PMS scheinen ein höheres Depressionsrisiko zu haben. Generell berichten sie von mehr Zusatzsymptomen als Männer, ziehen sich von Freunden und Familie zurück, resignieren stärker, während depressive Männer öfter gereizt reagieren und versuchen, ihre Beschwerden mit viel Arbeit und Alkohol zu unterdrücken. Deshalb bleibt die Depression bei Männern eher und länger unerkannt.

Depressive Männer versuchen öfter als Frauen, eine Depression mit viel Arbeit oder Alkohol zu unterdrücken, oder reagieren gereizt - auch auf Hilfsangebote.

Depressive Phase und Depression: Was ist der Unterschied?  

Depression bezeichnet die Erkrankung an sich. Sie hat viele Gesichter. Die Dauer einer depressiven Episode oder Phase kann unterschiedlich lang sein zwei, hört aber nach zwei Wochen oder wenigen Monaten auf. Manche Betroffenen erleben nur eine depressive Phase im Leben, andere mehreren Episoden, bei manchen ist die Depression chronisch.
Je nach Intensität der Symptome und der damit verbundenen Einschränkung wird zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer Depression unterschieden. Schon bei einer leichten Depression kommt es zu Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben, eine schwere kann zu Selbstmordgedanken bis hin zum Suizid führen.
Die Prognose, nach einer einzelnen depressiven Episode keinen Rückfall zu erleiden, ist sehr gut, wenn entsprechend therapiert wird.
Die häufigste Form der Depression wird als unipolare Störung bezeichnet. An zweiter Stelle folgt die bipolare Störung, die durch den Wechsel von manischen, also überaktiven, Phasen und depressiven Episoden gekennzeichnet ist. Beide müssen behandelt werden, damit die Betroffenen ein weitgehend normales Leben führen können.


Auch Dysthymie äußert sich durch eine depressive Verstimmung, die zwar nicht so stark ist wie bei einer schweren Depression, aber sie kann viel länger andauern als eine depressive Episode. Sie wird etwas anders therapiert als eine klassische Depression.
 

Video: Nur traurig oder sind das schon Depressionen?

Dieser Beitrag der ARD-Sendung „Quarks“ zeigt, wie Depressionen entstehen und was dabei im Gehirn passiert. Mit Selbsttest! 

Depression vermutet? Das sollten Sie jetzt tun

Die erste Anlaufstelle ist meist eine psychotherapeutische Sprechstunde oder die Praxis des Hausarztes. Er untersucht auch, ob andere Krankheiten „schuld“ sind; zum Beispiel bei Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Krebserkrankungen und Demenzen ist Depression ein Nebensymptom.

Die zwei Grundsäulen einer effektiven Behandlung von Depressionen bilden Medikamente und Psychotherapie, wobei die kognitive Verhaltenstherapie laut Statistik besonders wirksam ist. Zur medikamentösen Behandlung gehören Antidepressiva, die die Signalwirkung der Nervenzellen im Gehirn beeinflussen und die depressiven Symptome lindern. Allerdings dauert es meistens eine Weile, bis sie gut wirken. Eine molekulargenetische Untersuchung, der ABCB1-Test, kann die Antidepressiva-Medikation optimieren.

Die Therapie unterstützen: 

  • Bewegung in der Natur (auch Waldbaden) und Sport
  • Lichttherapie: 30 bis 40 Minuten täglich vor eine starke Lichtquelle (2.500 bis 10.000 Lux) setzen
  • Kontakt mit anderen und über die Depression sprechen

Was Experten empfehlen und wie Betroffene mit „ihrer“ Depression umgehen, zeigt das interaktive Film- und Medienprojekt  „Die Mitte der Nacht“.

Erste (kostenfreie) Anlaufstellen

Info-Telefon Depression: 0800/33 44 533, auch zu Anlaufstellen in der Nähe. Sprechzeiten: Mo, Di, Do 13 – 17 Uhr, Mi, Fr 8:30 – 12:30 Uhr und info@deutschedepressionshilfe.de
24-Stunden-Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222

Rund-um-die-Uhr-Kontakte für Kinder und Jugendliche:
jugendnotmail.de, bke-jugendberatung.de, für Eltern: bke-elternberatung.de

In einer akuten Krise können Sie sich direkt an die nächste psychiatrische Klinik wenden!

Quiz: 6 Fragen und Antworten zu Depressionen

Alles gelesen, alles klar? Machen Sie den Test. Woran erkenne ich Depressionen? Und was ist dagegen zu tun? Sechs Fragen und Antworten.

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Zur Autorin: Karen Cop erlebte öfter, wie Männer lieber Alkohol tranken, als sich helfen zu lassen. Doch einer wies sich selbst in eine Klinik ein; er hat heute die Depression im Griff statt die Erkrankung ihn.
 

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