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Krankenversicherung der Rentner

Ältere Frau grinst glücklich Mann umarmt von hinten

Letzte Aktualisierung: 06.01.2020

Um auch als Rentner versicherungspflichtiges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung werden zu können, ist eine Vorversicherungszeit zu erfüllen. Diese bezieht sich auf die zweite Hälfte des Erwerbslebens. Waren Sie mindestens 90 Prozent dieser Zeit gesetzlich krankenversichert, gilt die Vorversicherungszeit als erfüllt. 

Die Vorversicherungszeit war in der Vergangenheit oft für den Elternteil schwer zu erreichen, der während der Zeit der Kinderbetreuung nicht gesetzlich krankenversichert war. Diese Lebensphase wird jetzt durch eine gesetzliche Neuregelung berücksichtigt. Sie tritt zum 01.08.2017 in Kraft. 

Die neue Regelung sieht vor, dass für jedes Kind pauschal drei Jahre auf die Vorversicherungszeit angerechnet werden, unabhängig davon 

  • ob und in welchem Umfang das Kind betreut wurde,
  • ob eine Erwerbstätigkeit unterbrochen wurde,
  • ob die Kinderbetreuung in die erste oder zweite Hälfte des Erwerbslebens fällt,
  • wann bei Adoptivkindern, Stiefkindern und Pflegekindern das Eltern-Kind-Verhältnis begründet worden ist. 

Die Regelung bezieht sich auf die direkt nachfolgende Generation von Kindern und ist auf leibliche Kinder, Adoptivkinder, Stiefkinder und Pflegekinder begrenzt. Eine Berücksichtigung von Enkelkindern ist ausgeschlossen. Adoptiv-, Stief- und Pflegekinder werden sowohl bei ihren leiblichen Eltern als auch bei ihren Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern berücksichtigt.

Die Neuregelung wird ab dem 01.08.2017 automatisch bei jedem Rentenantrag berücksichtigt. 

Sie haben Ihren Rentenantrag vor dem 01.08.2017 gestellt und erfüllen
die Vorversicherungszeit nicht? 

Wenn Sie (mindestens) ein Kind haben, ist eine erneute Prüfung auf Antrag möglich. Wird die Vorversicherungszeit dann dank der Neuregelung erfüllt, tritt die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung zum 01.08.2017 ein. 

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gerne unter 0800 0 255 255.

Häufige Fragen

Ab 1. Januar 2020 gibt es einen Freibetrag in Höhe von 159,25 Euro bei Renten der betrieblichen Altersversorgung für Beiträge zur Krankenversicherung. Das gilt nur für Pflichtversicherte*.
Die Pflegeversicherungsbeiträge sind davon nicht betroffen. Das Gesetz tritt zum 01.01.2020 in Kraft.

Weitere Details

Die schnelle Umsetzung des Betriebsrentenfreibetragsgesetzes (BRG) kam für alle Beteiligten überraschend, deshalb sind noch viele Details zu klären. Mit einer Umsetzung des Gesetzes ist voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres 2020 zu rechnen.

Sofern Sie von der Neuregelung betroffen sind, zahlen Sie daher zunächst weiter Beiträge auf die volle Betriebsrente.  Die zu viel gezahlten Beiträge erhalten Sie nach der Umsetzung unaufgefordert zurück:

  • von der Zahlstelle Ihres Versorgungsbezugs oder
  • wenn Sie die Beiträge selbst überweisen, von uns.

Ein Widerspruch ist somit nicht erforderlich.

* außer Versicherte gemäß § 5 Absatz 1 Nr. 13 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V)

Der Freibetrag gilt ausschließlich für Versorgungsbezüge gemäß § 229 Absatz 1 Satz 1 Nr. 5 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V). Das sind so genannte Betriebsrenten:

  • Renten der betrieblichen Altersversorgung,
  • die Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst und
  • die hüttenknappschaftliche Zusatzversorgung.

Der Freibetrag gilt nicht für andere Versorgungsbezüge wie:

  • Versorgungsbezüge aus einem öffentlich rechtlichen Dienstverhältnis oder nach beamtenrechtlichen Vorschriften (zum Beispiel Pensionen),
  • Bezüge aus der Versorgung der Abgeordneten, Parlamentarischen Staatssekretäre und Minister,
  • Renten der Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen, die für Angehörige bestimmter Berufe errichtet sind oder
  • Renten und Landabgaberenten der Alterssicherung der Landwirte.  

Bei mehreren Betriebsrenten wird der Freibetrag nur einmal berücksichtigt.

Die beitragspflichtige Untergrenze, die im Jahr 2020 ebenfalls 159,25 Euro betragen wird, bleibt bestehen. Diese gilt für alle Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen, nicht nur für Betriebsrenten.

Was bedeutet das für Sie? Liegen Ihre Versorgungsbezüge und eventuelle nebenberufliche selbstständige Einkünfte zusammen unter 159,25 Euro monatlich, zahlen Sie darauf keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Liegen sie darüber, werden die gesamten Einkünfte für die Berechnung der Beiträge herangezogen, bei Betriebsrenten abzüglich des neuen Freibetrages in der Krankenversicherung.