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Familie

„Hüte deine Zunge!“

„Wir sprechen uns noch!“ – „Geh in dein Zimmer!“ – „Sei bloß vorsichtig!“ – typische Elternsprüche, die fast jeder schon mal gehört hat. Aber sind sie auch wirksam? Was kommt bei Kindern an? Und wie können Alternativen klingen?

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:

Sprache ist das Kommunikationsmittel zwischen Eltern und Kindern. Im Familienalltag kann so mancher Elternspruch ungeahnte Wirkungen entfalten.

Im Kindergarten oder in der Schule, zu Hause oder am Arbeitsplatz: Die Fähigkeit, miteinander zu sprechen, einander zuzuhören und sich gegenseitig gut zu verstehen, ist eine der wichtigsten Grundlagen menschlichen Zusammenseins. Kommunikation heißt das moderne Zauberwort für diese menschliche Gabe und tatsächlich können Worte eine beeindruckende Wirkung sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene haben.

Elternsprüche können eine tiefe Wirkung auf Kinder haben.

Worte können ermuntern, beflügeln, verwirren und verletzen

Die allerersten Erfahrungen mit Sprache machen Kinder im Elternhaus: Ungeborene hören bereits im Mutterleib, dass wichtige Bezugspersonen wie Mutter oder Vater miteinander sprechen, und gewöhnen sich an den Klang ihrer Stimmen, Babys lernen durch aufmerksames Zuhören und Nachahmen ihre ersten Worte, Kleinkinder formen ganze Sätze, ältere Kinder lernen neue Worte und Ausdrucksweisen – und bei alldem sind die Eltern wichtige Vorbilder.

"Ups! Das wollten wir doch eigentlich nie zu unseren eigenen Kindern sagen!"

Reden, zuhören, andere verstehen – das lernen Kinder von ihren Eltern

„Wir brauchen Kinder gar nicht zu erziehen, sie machen uns sowieso alles nach“, hat der Münchner Wortkünstler Karl Valentin diese Vorbildfunktion auf den Punkt gebracht. Im Alltag – oft unter Zeitdruck, vielleicht auch genervt und gestresst – gibt es immer wieder Situationen, in denen Eltern an ihre Grenzen stoßen und deshalb Dinge vermitteln, die sie vielleicht gar nicht so meinen.

"Nur 7 % der Kommunikation werden über den Inhalt des Gesagten aufgenommen."

Gespräche als Bedrohung einsetzen? Keine gute Idee

Sätze wie „Wir sprechen uns noch“ sind schnell dahingesagt, haben aber durchaus ihre Tücke. Denn für Kinder ist es wichtig, auf bestimmte Verhaltensweisen sofort eine elterliche Reaktion zu bekommen. So lernen sie, Zusammenhänge zu verstehen. Liegt ein größerer und unbestimmter Zeitraum dazwischen, ist der direkte Bezug nicht mehr da und vielleicht wird sogar vergessen, die Angelegenheit noch mal auf den Tisch zu bringen. Beim Kind bleibt ein ungutes Gefühl und der Eindruck, miteinander zu sprechen und Dinge zu klären, sei unangenehm.

Auf dem Spielplatz

"Sei bloß vorsichtig … " Ein eigentlich liebevoll gemeinter Satz, der dennoch Besorgnis ausdrückt und dadurch im Alltag, zum Beispiel auf dem Spielplatz, die Neugier und Bewegungsfreude von Kindern ausbremsen kann. Ob Schaukeln, Klettern oder Springen: Kinder haben ein Recht auf eigene Erfahrungen und genießen es, wenn sie in ihrem Drang danach unterstützt werden.

Besser: Viel Spaß wünschen und liebevoll unterstützen: „Du schaffst das!“ Vorausgesetzt, das kindliche Vorhaben ist nicht zu riskant oder heikel.

Beim Essen

"Schön alles aufessen, sonst gibt es keinen Nachtisch“ Auch in puncto Essverhalten orientieren sich Kinder an ihren Eltern. Wichtig für sie ist die Erfahrung: „Ich kann und darf mich auf mein Gefühl verlassen.“ Deshalb sollten Eltern (einfach) respektieren, wenn ein Kind satt ist.

Besser: Darauf vertrauen, dass Kinder das Sättigungsgefühl selbst am besten spüren. Sagen könnte man zum Beispiel stattdessen:„Wenn du jetzt satt bist, kannst du den Nachtisch später essen.“

Zu den eigenen Fähigkeiten

"In unserer Familie ist keiner gut in Mathe … “ … oder „Ich war als Kind auch total unsportlich“ sind meistens gut gemeint und sollen das Kind trösten, nagen jedoch stattdessen am kindlichen Selbstbewusstsein. Statt zum Lernen von Mathe oder zum Trainieren ermutigt zu werden, wird dem Kind das Gefühl genommen, selbst wirksam etwas an der Situation ändern zu können, sein Ehrgeiz wird gedämpft.

Besser: „Ich finde Mathe auch sehr kompliziert, wir überlegen mal gemeinsam“ oder „Schau, du wirst immer besser“. Hilfreich bei Mathe kann auch eine kostenlose Hausaufgabenhilfe in Kinder- oder Jugendtreffs sein.

Bei einem Wutanfall

"Geh in dein Zimmer, wenn du so bockig bist!“ Klingt vielleicht erst mal harmlos, bedeutet aber für das Kind: „Wir wollen dich hier nicht mehr haben.“ Kinder erleben so einen Familienausschluss als harte Strafe und fühlen sich ausgestoßen. Das Zimmer als positiv besetzter Ort, in dem sich Kinder wohlfühlen, spielen, Hausaufgaben machen und ruhig schlafen sollen, wird so zu einem Ort der Strafe.

Besser: Konflikte lösen, indem man gemeinsam einen Kompromiss sucht. Zum „Runterkommen“, zum Beispiel bei Wutanfällen, einen anderen beruhigenden Platz in der Wohnung finden. Das Kind dort hinschicken (nicht länger als einige Minuten) und ihm freundlich begegnen, wenn es sich beruhigt hat.

Lektüretipps

Hilfreiche Websites, Bücher, Filme und Adressen für alle, die mehr zum Thema Eltern-Kind-Beziehung und Kommunikation wissen wollen.

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Da wächst du schon noch rein.

"So gehst du mir nicht aus dem Haus“, "Aber das ist doch so gesund“, "Geh doch mal raus an die frische Luft“ – in diesem Taschenbuch hat Autorin Lisa Seelig die schönsten Sätze aller Eltern gesammelt, die es nur gut meinen. Unterhaltsam und zum Schmunzeln. Fischer Taschenbuch, 8 Euro.

So rede ich richtig mit meinem Kind.

Die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Doris Heueck-Mauß beschreibt eindrucksvoll, wie Worte wirken und wie man Konflikte fair lösen kann. Dazu gibt es viele gute Tipps für eine stressfreie Erziehung. Humboldt Verlag, 12,99 Euro.

Achtsame Kommunikation mit Kindern. 

Wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirnforschung, kombiniert mit dem reichen Erfahrungsschatz von zwei ausgewiesenen Experten – Kinderarzt und Neuropsychologe Daniel Siegel und Erziehungsexpertin Tina Bryson – machen dieses Buch zu einem wertvollen Ratgeber. Arbor Verlag, 19,90 Euro.

Wie Sie reden, damit Ihr Kind zuhört

& wie Sie zuhören, damit Ihr Kind redet“ ist eine kluge Koproduktion vom Familienberater Jan-Uwe Rogge und der Schauspielerin und Regisseurin Angelika Bartram – mit vielen lebendigen Beispielen zum Schmunzeln und Bessermachen sowie einem Test für die eigenen kommunikativen Stärken und Schwächen. Gräfe und Unzer, 16,99 Euro.

Deutlich reden, wirksam handeln

Kindern zeigen, wie Leben geht“ – das ist der Anspruch der Kommunikationsexpertin Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf. Die Philologin und Sprachexpertin zeigt, wie Kinder Selbstbewusstsein und Orientierungsvermögen erwerben. Herder, 9,99 Euro.

familienhandbuch.de

Die Seite des bayerischen Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) bietet eine umfangreiche Artikelsammlung zu „Sprache und Kommunikation“, außerdem den lesenswerten Beitrag „Jetzt verstehen wir uns – 10 goldene Regeln für die Kommunikation in der Familie“.

kindergesundheit-info.de

Das Online-Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liefert Eltern wissenschaftlich fundierte Infos zu allen Entwicklungsbereichen des Kindes – auch zu den „Grundzügen der Sprachentwicklung“ mit einem Kurzfilm (3:31 Min). Sprachen lernen: mit allen Sinnen“.

ane.de

Der Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. (ANE) stellt Infomaterial zu verschiedenen Erziehungsbereichen mit einem eigenen Eltern-Medien-Programm bereit. Interessant: Der ANE-Extrabrief „Mit Respekt geht’s besser“ zum Thema gewaltfreie Erziehung.

Filme
"Alles steht Kopf" - Offiziellen Trailer ansehen

Der witzige Animationsfilm aus dem Hause Pixar nimmt seine Zuschauer mit auf einen Ausflug in die große, einzigartige und komplexe Welt der Sprache und Gefühle. Die Hauptrolle in „Alles steht Kopf“ spielen nämlich die Gehirne des elfjährigen Mädchens Riley und ihrer Eltern, genauer gesagt, die dort befindlichen Kontrollzentren über so wichtige Emotionen wie Freude und Angst, Wut, Kummer und Ekel. Absolut sehenswert!

Kartensätze

"Die Kraft der Sprache. Wie wirken alltägliche Redewendungen? Und wie können gewohnte Sprüche durch kleine Änderungen klarer und wirkungsvoller werden? Das zeigen 80 farbenfroh gestaltete Karten mit Erklärungen für den alltäglichen Sprachgebrauch. Lingva Eterna Verlag, 20 Euro. "Sprachkarten – Denkmuster aktiv wandeln". Wie sprechen wir? Und was meinen wir? Zum Nachdenken und Üben gibt es hier 96 farbig gestaltete Karten, die auf alltägliche Sprach- und Denkmuster aufmerksam machen und Alternativen für Kinder und Erwachsene aufzeigen. Lingva Eterna Verlag, 22 Euro.

Adressen

Familienbildungsstätten - In fast allen größeren Orten und Gemeinden gibt es sogenannte Familienbildungsstätten (Träger sind zum Beispiel die Kirchen oder gemeinnützige Institutionen und Vereine). Sie bieten Kurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten für Eltern und Kinder an, von gemeinsamen Kreativ- und Freizeitangeboten bis hin zu pädagogischen Vorträgen oder Kursen. Einfach mal ins Angebot vor Ort reinschauen – gemeinsame Aktivitäten stärken die Eltern-Kind-Beziehung.

Stand: Juni 2017

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