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Spezial

Monolog über den Dialog

Ein Hoch auf die Konversation – denn das Präfix „Kon“ steht für Miteinander! Kleine Geschichte über die schöne Entdeckung des Pläuschchens.

Text: Lara Buck

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:

Schade, wie irritiert und misstrauisch manche Menschen reagieren, wenn Fremde sie ansprechen. Denn so ein unverhoffter Schnack bringt Funkeln ins Leben!

Vielleicht lag es ja an dem Warnsatz meiner Kindheit: „Sprich nie mit fremden Menschen!“ Instinktiv habe ich mich auch im frühen Erwachsenenalter noch daran gehalten und „die anderen“ auf der Straße, beim Einkaufen oder im Zug großzügig ignoriert. Was ich nicht merkte: Ich mauerte mich dadurch ein. Unsichtbar zwar, aber für die anderen merklich. Als eigentlich geselliger Typ machte ich dennoch irgendwann die beglückende Entdeckung des Pläuschchens. Also des Fremdplauderns. Des Street-Talks. Des anonymen Schwätzchens. Sie wissen, was ich meine: ein launiger Wortwechsel mit der Kassiererin, ein kleiner Scherz mit dem Postboten, ein freundlicher Satz für die Nachbarin und ein Dankeschön für die Männer der Müllabfuhr. Diese unscheinbaren Mikrobegegnungen bergen manchmal die nettesten Überraschungen.

So wie neulich: Auf dem Weg zum Supermarkt versperrten mir zwei Männer den Weg mit einem alten Auto, das sie aus einer Tiefgarage schoben: ein Saab 96. Was für ein Schätzchen! Zweitürer mit elegant spitz zulaufender Heckpartie. Die Farbe war nicht zu erkennen, denn der Gute war so unfassbar dick verstaubt, dass man meinen konnte, da wären noch Partikel von der letzten Bombardierung der Alliierten dabei. Ich blieb stehen, lächelte anerkennend und ließ meinen Blick über die verschmutzte Perle schweifen: „Der ist mal wirklich schön!“, sagte ich anerkennend und schon ergab sich ein kleiner Plausch, der auch einen anderen Passanten anzog. Sein Körper wollte zwar weiterlaufen, doch seine Augen blieben auf uns und das Auto geheftet. Nach vier zögerlichen Metern machte er kehrt und die Männer vertieften sich sofort in einen technischen Expertenaustausch.

Der Politureffekt

Schließlich wusste der junge Passant eine Werkstatt in der Nähe, die mit alten Saab-Teilen handelt. Der frisch gebackene Oldtimerbesitzer strahlte ihn an, strahlte mich an, bedankte sich und sagte: „Das ist Gold wert!“ Beim Weitergehen dachte ich mir: Stimmt – solche ungeplanten You-made-my-day-Begegnungen geben dem Leben seinen Glanz und Schimmer! Im Supermarkt bat mich dann noch eine Frau im Rollstuhl darum, ihr eine Packung aus dem oberen Regal zu reichen, und ein Mann, der nur Englisch sprach, wollte wissen, was Mandarinen sind. Danach hatte ich irgendwo meinen Einkaufszettel verlegt und kam nur mit der Hälfte der Dinge heim, die ich besorgen wollte. Ich lachte und dachte: Aber dafür kommen drei andere Menschen mit Dingen heim, die sie ohne mich vielleicht nicht so einfach bekommen hätten.

Stand: März 2019

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