Herzsport: wie Bewegung das Herz stärkt
Das Herz ist der Motor unseres Lebens und untrennbar mit unserer Lebensqualität verbunden. Wenn es schwächelt, leidet der gesamte Körper. Nach wie vor zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen weltweit.
Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Ganz gleich, ob Herzpatient oder nicht - Herzsport stärkt unser wichtigstes Organ, hält fit und verbessert unsere Lebensqualität. Erfahren Sie hier, worauf es dabei ankommt.
Inhaltsverzeichis
Was ist Herzsport genau?
Die gute Nachricht jetzt erst mal zuerst: Wir können aktiv etwas für die Gesundheit unseres wichtigsten Organs tun - in Form von Herzsport, der speziell zur Rehabilitation nach Herzerkrankungen entwickelt wurde, oder präventiv zur Stärkung des Herzens und Körpers.
Herzsport hat seinen Ursprung in der kardiologischen Rehabilitation als ärztlich betreuter Rehabilitationssport, der speziell für Herzpatienten entwickelt wurde. Die Ziele sind klar definiert: den Kreislauf stärken, die körperliche Belastbarkeit schrittweise verbessern und vor allem die oft tief sitzende Angst vor Bewegung nach einer Herzerkrankung abbauen.
Der Unterschied zum allgemeinen Rehasport liegt im klaren Fokus auf das Herz-Kreislauf-System. Herzsportgruppen werden von speziell ausgebildeten Übungsleitern geführt, die auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Herzerkrankungen geschult sind. Dabei gelten strenge Sicherheitsstandards: Notfallausrüstung wie Defibrillatoren sind obligatorisch und die Trainingsintensität wird sorgfältig an die individuelle Leistungsfähigkeit angepasst. Herzsport, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, folgt einem strukturierten Aufbau, der Patienten hilft, schrittweise wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen und gleichzeitig ihre Herzgesundheit nachhaltig zu verbessern.
Klassische Herzsportarten
Bei der Frage, welche Sportarten gut fürs Herz sind, stehen nach wie vor bewährte Klassiker ganz vorn. Radfahren ist gelenkschonend und lässt sich hervorragend in unterschiedlichen Intensitäten trainieren – ob auf dem Heimtrainer oder im Freien. Schwimmen bietet eine gleichmäßige Belastung und trainiert den gesamten Körper, ohne die Gelenke stark zu beanspruchen. Nordic Walking aktiviert große Muskelgruppen und fördert die Koordination, während zügiges Gehen auch für Einsteiger bestens geeignet ist und sich problemlos in den Alltag integrieren lässt.
Entscheidend ist die richtige Trainingsintensität. Die Borg-Skala hilft dabei, das subjektive Belastungsempfinden einzuschätzen – denn das Training sollte sich anstrengend, aber nicht überfordernd anfühlen. Viele Herzpatienten orientieren sich zudem an individuellen Pulsbereichen, die vom Arzt festgelegt werden.
Drei bis fünf Trainingseinheiten pro Woche à 30 bis 45 Minuten sind dabei für die meisten ideal. Wichtig ist, dass Ausdauersport für Herzpatienten kontinuierlich und nicht übertrieben intensiv betrieben wird. Regelmäßigkeit schlägt Intensität – das gilt besonders beim Training für das Herz.
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Neue Erkenntnisse: Krafttraining als Herzschutz
Lange Zeit galt Ausdauertraining als das Nonplusultra für die Herzgesundheit. Doch aktuelle Studienergebnisse, etwa von der American Heart Association, zeigen ein anderes Bild: Krafttraining senkt nachweislich den Blutdruck und verbessert die Blutzuckerwerte – zwei entscheidende Faktoren für ein gesundes Herz.
Die positiven Effekte von Krafttraining sind vielfältig: Durch Muskelaufbau verbessern sich die Stoffwechselwerte, der Körper wird effizienter in der Energieverwertung und das Herz muss bei alltäglichen Belastungen weniger Arbeit leisten. Ein trainierter Muskelapparat entlastet das Herz-Kreislauf-System also spürbar. Experten empfehlen mittlerweile, zweimal pro Woche leichtes bis moderates Krafttraining in das Herzsportprogramm zu integrieren. Dabei geht es nicht um Höchstleistungen, sondern um kontrollierte, sanfte Belastungsreize, die dem Herzmuskel und der Muskulatur guttun. Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining erweist sich als besonders wirksam für die Herzgesundheit.
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Neue Regularien für Herzsportgruppen
2022 wurden die Regularien für Herzsportgruppen geändert: Bisher war die ständige ärztliche Anwesenheit bei jedem Training gesetzlich vorgeschrieben. Diese Regelung wurde nun gelockert: Herzsportgruppen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne permanente ärztliche Aufsicht stattfinden.
Hintergrund ist, dass viele Teilnehmer der Herzsportgruppen heute deutlich besser geschult sind als früher und sich meist in einem stabileren Gesundheitszustand befinden. Zudem haben sich die Schulungsstandards für Übungsleiter verbessert. Für Vereine und Teilnehmende bedeutet das mehr Flexibilität und niedrigere Hürden beim Einstieg in den Herzsport. Termine lassen sich einfacher organisieren und auch in ländlichen Regionen können nun mehr Gruppen angeboten werden.
Wichtig ist aber: Die Sicherheit in Herzsportgruppen bleibt trotz der Änderungen oberste Priorität. Es gelten weiterhin klare Vorgaben zur Erste-Hilfe-Ausrüstung, zur Qualifikation der Übungsleiter und zu Notfallplänen.
Für wen ist Herzsport geeignet?
Herzsport richtet sich in erster Linie an Menschen, die bereits eine Herzerkrankung erlebt haben. Dazu gehören Herzinfarktpatienten, Menschen nach einer Bypass-Operation oder Stent-Implantation sowie Personen mit Herzrhythmusstörungen. Auch bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz ist Herzsport eine wichtige Therapiesäule.
Doch nicht nur bei bestehenden Erkrankungen ist Herzsport sinnvoll. Menschen mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhten Cholesterinwerten oder einer familiären Vorbelastung profitieren ebenfalls enorm. Präventiv eingesetzt kann Herzsport dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Problemen kommt. Und auch für komplett gesunde Menschen ist moderates Herz-Kreislauf-Training eine der besten Investitionen in die langfristige Gesundheit.
Beachten Sie dabei aber: Vor dem Start sollte immer eine ärztliche Untersuchung stehen. Nur so kann geklärt werden, ob Herzsport geeignet ist und welche Belastungsgrenzen einzuhalten sind.
Tipps für den Herzsporteinstieg
Der Einstieg in den Herzsport beginnt in der Regel mit einem Gespräch beim Arzt, denn eine gründliche Untersuchung und eine schriftliche Trainingsfreigabe sind für Herzpatienten unverzichtbar. Danach geht es darum, eine passende Herzsportgruppe zu finden. Krankenkassen bieten oft Listen mit zertifizierten Anbietern, auch regionale Sportverbände oder Herzambulanzen können weiterhelfen.
Beim Training selbst gilt: Regelmäßigkeit ist wichtiger als Perfektion. Lieber dreimal pro Woche moderat trainieren als einmal pro Monat bis zur Erschöpfung. Langsam zu beginnen und die Belastung langsam zu steigern, sorgt nicht nur für ein sicheres Training, sondern schützt auch vor Überforderung und Frustration. Ein großer Motivationsfaktor ist das gemeinsame Training – in der Gruppe fällt es leichter, am Ball zu bleiben. Viele Menschen dokumentieren ihre Fortschritte in einem Trainingstagebuch, was zusätzlich motiviert.
Herzsport entfaltet seine volle Wirkung im Zusammenspiel mit anderen Lebensstilfaktoren. Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten sowie ein aktives Stressmanagement – etwa durch Entspannungstechniken oder Achtsamkeitsübungen – ergänzen das Training ideal. Training bei Herzschwäche oder -erkrankung erfordert Geduld und eine ganzheitliche Herangehensweise, zahlt sich aber langfristig in verbesserter Gesundheit und Lebensqualität aus.
Zur Autorin: Alisha Frei hat lange gedacht, dass Herzgesundheit erst dann ein Thema wird, wenn schon etwas passiert ist. Inzwischen weiß sie, wie viel man präventiv tun kann - und achtet selbst bewusster auf Bewegung, Belastung und Pausen im Alltag.
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