Volltextsuche innerhalb der Webseite:

Suchvorschläge

Einfach. Schnell. Erreichbar.

Unser zentrales Servicetelefon

0800 0255 255 Kostenlose Service-Nr.

Anschrift

BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER
Winterstraße 49
33649 Bielefeld
Telefon: 0521 5228-0
E-Mail: info@bkkgs.de

Ihre Nachricht an uns

zum Kontakformular

Spezial

Zugehörigkeit: warum wir sie brauchen – und wie wir sie aktivieren

Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Lesen Sie, warum Ausgrenzung wehtut – und wie wir echte soziale Gemeinschaft wiederfinden können. Mit Quiz!

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:

Zugehörigkeit fördert das Wohlbefinden, bietet Sinn, Sicherheit, Unterstützung und Orientierung. Gute Gründe, mehr für echte, analoge Verbundenheit zu tun. 

Inhaltsverzeichis

Inhaltsverzeichnis

Karl singt im Chor. Jana tanzt gern HipHop. Klein Ida lässt sich am liebsten von Mama und Papa knuddeln. Joshi geht nach Feierabend oft mit Kollegen essen. Micha und Matze freuen sich abends aufeinander und kochen dann. Frau Peters trifft sich einmal in der Woche zum Kaffeekränzchen. Herr Schulze geht ins Fußballstadion. Sie alle gehören dazu – zu einer definierten Gruppe, einer sozialen Gemeinschaft, einer Familie, einer Partnerschaft, einem Freundes- oder Kollegenkreis, einem Fanclub, einem Sportverein. Gut so – denn Dazugehören tut so gut!

Was bedeutet Zugehörigkeit eigentlich?

Zugehörigkeit ist mehr als ein Gefühl. Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen und essenziell für sein mentales Wohlbefinden. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen die Verbundenheit zu anderen Menschen. Deshalb bereichert es unser Leben, wenn wir uns als Gruppenmitglied erleben. Ob in der Kirche, in der Familie oder in der Hood – wer einer Gruppe angehört und sich mit ihr identifiziert, lebt besser und gesünder, legen aktuelle psychologische Studien nahe. Zugehörigkeit kann das Risiko für Depressionen, Schlaganfall und andere Krankheiten erheblich reduzieren. Dabei sticht Qualität Quantität: Nicht die Menge der Freunde oder Sozialkontakte ist wichtig, sondern die Tiefe – und das gemeinschaftsbildende Moment wie das Teilen von Werten, Interessen, Hobbys.

GEWINNSPIEL

Jetzt 3 × 1 Freundschaftsbändchen-Set gewinnen!

Verbundenheit auf kreative Weise zeigen: Das gelingt mit diesen Freundschaftsbändchen-Sets, bestehend aus Hunderten bunten Tonperlen, Buchstabenperlen und Zubehör, mit denen Sie individuelle Armbänder mit persönlichen Botschaften gestalten können. Ob mit der besten Freundin oder dem besten Freund, mit der Familie oder einem Herzensmenschen – jedes selbst gemachte Band wird zu einem einzigartigen Symbol Ihrer Zusammengehörigkeit.

Teilnahmeschluss: 12.05.26

Die 4 Gewinner des Hantel-Sets aus der letzten Ausgabe lauten:  !!!!!! folgt nach dem 16.3.!!!!!

MITMACHEN

Wenn Zugehörigkeit fehlt: warum Ausgrenzung wehtut

In Umfragen zum Thema Glücklichsein ranken Begriffe wie Liebe, Verbundenheit und Zugehörigkeit regelmäßig vor Wohlstand, Erfolg oder Berühmtheit – manchmal sogar vor körperlicher Gesundheit. Dass das Grundbedürfnis nach Verbundenheit für uns elementar ist – manche setzen es gar mit Hunger und Durst gleich –, zeigt sich auch anders: Womit bestrafen wir Mitmenschen, die sich nicht an unsere Regeln halten? Richtig, mit Einsperren und Ausgrenzung. Seit Anbeginn der Menschheit wird die Verbannung als eine der härtesten Strafen nach Folter und Tod empfunden. Auch sie tut weh!

Moderne wissenschaftliche Experimente unterstreichen, dass wir soziale Zurückweisung und Ausgrenzung auf ähnliche Weise erleben wie körperlichen Schmerz. Beide Arten von Pein aktivieren dasselbe Areal im Großhirn. Kein Wunder, dass auch Mobbingopfer oft ihr Leben lang an den Folgen der erlebten Ausgrenzung und des Nicht-angenommen-Seins leiden.

Das Isolationsgefühl kann zudem eine Art Spirale in Gang setzen: Wer sich abgelehnt und ausgeschlossen fühlt, denkt und handelt weniger kooperativ oder hilfsbereit und eher aggressiv oder selbstzerstörerisch und distanziert sich seinerseits. Dies verstärkt wiederum das Außenseitergefühl und kann empfänglicher für Manipulation, Radikalisierung, Gewalt machen.

Die sogenannten sozialen Medien (in denen es ja zunehmend unsozial zugeht) können hier eine verstärkende Rolle spielen. Da sie Zugehörigkeit manchmal nur vorgaukeln und oft gar nicht zu wirklich erlebbaren Verbindungen im echten Leben führen, können sie letztlich das Einsamkeitsgefühl vergrößern. Zugleich befördert die Anonymität im Netz das Risiko, über Hass und Hetze den eigenen Frust (vermeintlich) abzubauen. Wobei zu betonen ist, dass natürlich längst nicht jeder einsame Mensch auf diesen Weg gerät!

Zugehörig: Wer sich tief verbunden fühlt und dieselben Werte teilt, lebt gesünder.

Warum echte Zugehörigkeit heute schwieriger geworden ist

Obwohl wir rund um die Uhr und den Erdball miteinander vernetzt sind, scheint wahre, tiefe Zugehörigkeit heute seltener vorzukommen. Die traditionelle Familie und andere enge Sozialstrukturen lösen sich auf. Die Arbeitswelt verlangt uns größtmögliche Mobilität und räumliche Flexibilität ab. Dadurch können wir unser Grundbedürfnis, dazuzugehören und an einem Ort Wurzeln zu schlagen, nicht ausleben. Hinzu kommt: Das Leben scheint zu rasen, alles wird teurer und wir sollen uns ständig optimieren.

Dieser multiple Druck nimmt uns oft die Zeit, die Freiheit, die Ruhe, die Gelassenheit für gemeinschaftsbildende Erlebnisse und stabile Verbindungen. Laut Statistischem Bundesamt lebt aktuell gut jede fünfte Person (etwa 17 Millionen Menschen / Stand 07/2025) in Deutschland alleine. Das sind rund 22 % mehr als vor 20 Jahren. Alleine leben heißt zwar noch lange nicht alleine sein und Alleinsein ist nicht mit Einsamkeit gleichzusetzen – aber es gibt Zusammenhänge. Laut Einsamkeitsbarometer 2024 fühlen sich Millionen Menschen in Deutschland einsam.

Wie wir Zugehörigkeit wiederfinden können

Es mag eine gewagte Ableitung sein, aber im Begriff „Zugehörigkeit“ steckt auch das Wort „Zugehen“. Wer bereit ist, auf andere zuzugehen, macht den ersten Schritt in Richtung Zugehörigkeit – und tut sich selbst Gutes. Schon ein regelmäßiges Pläuschchen mit Unbekannten, sei es die Kassiererin im Supermarkt, der Busfahrer oder der junge Mann in der Tankstelle, hebt die Stimmung. In Studien berichten Befragte, die solche Smalltalks kultivierten, von mehr Zufriedenheit, Gemeinschaftsgefühl und Glücksmomenten im Alltag.

Das unverfängliche Schwätzchen kann ein erster Schritt für einsame Menschen sein, um das Zugehen zu üben, den eigenen Aktionsradius allmählich wieder zu erweitern und Freunde zu finden. Ob Sportverein, Umweltgruppe oder Bandprojekt – wichtig sind echte, analoge Begegnungen. Die „gleiche Wellenlänge“, also ähnliche Interessen und Werte, ist dabei eine wichtige Basis, aus der mit der Zeit eine tiefe Verbundenheit erwachsen kann. Bewährte Türöffner sind: ehrliche Offenheit, Freundlichkeit, Fröhlichkeit, Hilfsbereitschaft und authentische Herzenswärme. 

Video: Zugehörig und doch fremd 

Dennis und Jule – beide mit ostdeutschem Hintergrund – erzählen von ihrer Identität und Heimatliebe, aber auch von Ausgrenzung und Rassismus.

Zwischen Nähe und Freiheit: Wie viel Zusammensein tut gut?

Wir wollen dazugehören, verbunden sein und uns geborgen fühlen, uns aber auch – mehr denn je – als einzigartige Individuen entfalten und ausleben. Dies kann schnell zu einem inneren Konflikt mit uns selbst und auch zu äußeren Auseinandersetzungen mit unseren nächsten Mitmenschen führen. 

Interessant: Dieses Thema ist mindestens schon 100 Jahre alt. Denn bereits der berühmte Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie, Carl Gustav Jung, hat zu Lebzeiten dieses Spannungsfeld dargestellt: Er nannte die in uns angelegten und widerstreitenden Gegensätze „Partizipation und Individuation“ (also das Streben nach Beteiligtsein und die zunehmende Bewusstwerdung der eigenen Individualität). Ein ungelöstes Dilemma, das zum Leben gehört und das wir immer wieder neu austarieren müssen – mit uns selbst und denen, die uns nahestehen.

Zugehörigkeit vs. Ausgrenzung? Letzteres aktiviert im dasselbe Hirnareal wie körperliche Schmerzen.

„Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein, aber noch trauriger ist es, keine zu sein.“

Peter Altenberg, österreichischer Schriftsteller

Nicht jeder Mensch hat zu jeder Zeit dasselbe Bedürfnis nach Nähe, Austausch und Gemeinschaft. Menschen entwickeln sich weiter, und das tun sie nicht unbedingt parallel zueinander, nur weil sie einst einen Bund (der Ehe, der Freundschaft, der Kooperation) geschlossen haben. Es ist also durchaus legitim, die Verknüpfungen in unserem Leben und unsere eigenen Rollen darin ab und an mal auf den Prüfstand zu stellen.

Eine empfohlene Methode hierfür stellt das Fachmagazin „Psychologie heute“ in einem Onlineartikel  vor. Sie nennt sich „Social Identity Mapping“. Dabei erstellt man eine Art Landkarte oder Liste der eigenen sozialen Identitäten, die man aktuell in den verschiedenen Gesellschaftsgruppen innehat: also zum Beispiel Mutter, Arbeitnehmerin, Schwester, Tochter, Freundin, Sportlerin … Dazu notiert man Stichwörter zu den Fragen: Wie bedeutsam ist die Gruppe für mich? Welche Vorteile bringt sie mir? Wie viel Zeit beansprucht sie? So wird man sich bewusst, welchen Nutzen die jeweiligen Gruppen für uns haben, was nachweislich das Wohlbefinden verbessern soll. Und: Wer oder was uns nicht mehr guttut, darf dann auch weg. Loslassen kann auch ein Teil von Zugehörigkeit sein!

Nein sagen lernen heißt nicht, eine kalte Hundeschnauze zu sein. Es geht darum, nicht mehr ungewollt Ja zu sagen, wenn man Nein denkt. Es geht um eine gesunde Abgrenzung und darum, sich nicht ausnutzen zu lassen. In diesem Kontext ist ein ehrliches Nein zu jemand anderem oft ein Ja zu sich selbst. Zudem ist so ein klares Auftreten auch ein wichtiges Vorbild für Kinder, die ebenfalls Nein sagen lernen sollten. Gut, wenn sie es zu Hause üben dürfen!

Quiz: 6 Fragen und Antworten zu Zugehörigkeit

Fühlen Sie sich dem Club der Informierten zugehörig? Dann testen Sie Ihr Wissen zum Thema Zugehörigkeit: 6 Fragen, je 2 Antworten – welche ist richtig?

/

Zur Autorin: Barbara Lang hat die Erfahrung gemacht, dass es guttut, wenn man sein Bedürfnis nach Zugehörigkeit auch immer mal wieder hinterfragt – manchmal steckt ein anderer Wunsch dahinter.

Das könnte Sie auch interessieren: