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Die neuen Bürokrankheiten

Rote Augen, Mausarm, „Rücken“ – immer mehr Bürokrankheiten „verdanken“ wir dem Berufsalltag. Dabei ist manche nur eine Frage der Ergonomie.

Text: Cora Keller

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:

Schreibtisch- und Bildschirmarbeit sind Risikofaktoren, die immer öfter zu Bürokrankheiten führen. Lieber vorbeugen: Fehlhaltungen vermeiden, gezielt bewegen.

Konzentriert schauen, der Körper von Kopf bis Fuß in rechten Winkeln, der Hals wird kaum bewegt – so eine Arbeitshaltung acht Stunden lang mit nur kurzen Unterbrechungen durchhalten musste der menschliche Körper in rund 300.000 Jahren nicht. Seine Hauptbeschäftigungen waren Laufen, Jagen und Arbeit in der freien Natur. Britische Wissenschaftler haben deshalb Studien zu 3.000 Büroarbeitern in Deutschland, England und Frankreich ausgewertet, um die lebensgroße Puppe Emma zu bauen. Sie zeigt, was 20 Jahre am Schreibtisch mit einem Menschen machen. Emma zeigt die Symptome klassischer Bürokrankheiten: Sie hat rote Augen, einen Buckel, Krampfadern, die Haut ist fahl. Und dabei wurde noch nicht eingerechnet, dass viele Menschen nach dem Büroalltag wieder auf Stühle und Sessel sinken, vor Laptops, Spielekonsolen und Fernseher. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewegen sich 14,4 Milliarden Menschen weltweit viel zu wenig und Deutschland liegt dabei auf Platz zwei. 

Rückenschmerzen: Klassiker der Bürokrankheiten

Bei statista-Umfragen gaben 13 % der Menschen in Deutschland an, dass sie täglich unter Rückenschmerzen leiden, jeder dritte Erwachsene öfter oder ständig. Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens sind demnach für rund ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Für das Pandemiejahr 2020 liegen noch keine Zahlen vor, doch wahrscheinlich führt Büroarbeit im Homeoffice eher zu mehr Fehlhaltungen und Rückenbeschwerden. In vielen Büros ist der Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet, um Bürokrankheiten vorzubeugen, das heißt: der Schreibtisch mindestens 80 cm tief, 160 cm breit und je nach Körpergröße 19 bis 28 cm über der Sitzfläche. Für die optimale Sitzposition sollte er höhenverstellbar sein, so wie auch der Bürostuhl, der Drehungen und wechselnde Arbeitspositionen ermöglichen sollte. Der Abstand zum 24-Zoll-Bildschirm sollte 50 bis 70 cm betragen.

Neue Berufskrankheit: der „Mausarm“

Wer bei der Arbeit eine Maus klicken muss, belastet einen Finger extrem – in etwa so wie Beine bei einer 40-km-Wanderung. Dabei kann sich eine Fingersteife oder ein „Mausarm“ entwickeln, vom Arzt RSI-Syndrom genannt. Dieses verursacht Schmerzen an Gelenken, Muskeln und Sehnen, die bis in Nacken und Schulter ausstrahlen können. Die zweite ähnliche Bürokrankheit ist das Karpaltunnelsyndrom, das mit Beschwerden wie Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen im Handgelenk verbunden ist, wenn im Karpaltunnel ein Nerv entzündet ist und Druck entsteht. Beide Krankheiten können anfangs mit Ruhigstellung, z.B. mittels einer Schiene, und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Im Spätstadium hilft möglicherweise nur noch eine Operation. Deshalb lieber öfter mal Arme und Hände lockern: hinstellen, die Arme kreisen lassen und mit den Händen eine liegende Acht in die Luft malen. 

Hier finden Sie Übungen, die die BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER für Homeoffice-Arbeiter zusammengestellt hat, die zu Hause keinen ergonomisch perfekten Arbeitsplatz haben.

Trockene Augen von der Bildschirmarbeit

Alle 4 bis 6 Sekunden blinzeln wir normalerweise, 10- bis 15-mal pro Minute – es sei denn, wir starren auf einen Bildschirm. Laut einem Bericht der Universitätsaugenklinik Tübingen sinkt dann die Lidschlagfrequenz auf 4,3 pro Minute im Schnitt. Folge: Die Hornhaut wird nicht mit genug Tränenflüssigkeit benetzt, die Augen trocknen aus und können sich entzünden, weil der Tränenfilm auch vor Infektionen schützt. Trockene, rote „Büroaugen“, auch Office-Eye-Syndrom genannt, gelten bereits als Volkskrankheit. Auch Kurzsichtigkeit nimmt zu, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Experten schätzen, dass bereits die Hälfte kurzsichtig ist, weil ihre Augen tagsüber zu wenig Licht sehen und ständig auf die Nähe fokussieren, also Bücher und Bildschirme. Tipp: öfter kurze Pausen einlegen, Fenster öffnen, in die Ferne schauen und blinzeln!

Kopfschmerz vom wenigen Lüften im Büro

Ohne Sauerstoff können wir nicht leben. Frische Luft enthält ungefähr 20,9 %. Sinkt der Gehalt unter 18 %, sinkt auch unsere Leistungsfähigkeit. Steigt der CO2-Anteil, empfinden wir die Atemluft schon vorher als stickig. Das geschieht schnell, wenn viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammen arbeiten. Jeder einzelne atmet 5 bis 20 Liter CO2 pro Stunde aus. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil anderer Ausdünstungen. Bei Luftmangel leidet das Gehirn, wir können uns schlechter konzentrieren. Wird nicht rechtzeitig gelüftet, kommen womöglich Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel hinzu. Regelmäßiges Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern sorgt für einen optimalen Luftaustausch und ist gut für Körper und Kreislauf. Bei Kopfschmerzen und zur Prävention die Schläfen mit ein wenig Daumendruck massieren. Die restlichen Finger ruhen einige Zentimeter neben den Augenbrauen.

Geschwollene Beine durch Bewegungsmangel

Beim Sitzen unterstützen unsere Wadenmuskelpumpen die Blutzirkulation nicht. Durch den Bewegungsmangel können die Beine anschwellen, das Risiko von Krampfadern und Thrombosen steigt, der Blutfluss wird durch den 90-Grad-Winkel erschwert. Einfach mal während der Büroarbeit kurze Stehpausen einzulegen, hilft dagegen. In den Pausen auf jeden Fall rausgehen an die frische Luft, aber nicht gleich zur nächsten Parkbank, um dann Mails zu checken, sondern möglichst in Bewegung bleiben.

Zur Autorin: Cora Keller ist eine erfahrene Gesundheitsjournalistin und Redakteurin, bewegt sich gerne viel an der frischen Luft – aber manchmal arbeitet sie am liebsten auf dem Sofa. „Aua“, sagt dazu ihr Rücken.

Stand: Januar 2021

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