Hautkrebs erkennen: Warnzeichen, Vorstufen und Screening
Muttermal, Leberfleck oder Hautkrebs? Krebserkrankungen nehmen zu und mit ihnen die Verunsicherung - was ist denn nun harmlos, was nicht? Infos und Tipps, um Hautkrebs zu erkennen.
Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Warze oder Hautkrebserkrankung? Erfahren Sie, wie Sie Hautveränderungen richtig einschätzen, Warnzeichen erkennen und wann ein Hautarztbesuch sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis
Sobald die Sonne vom Himmel strahlt, beginnt in Deutschland die Befreiung: Arme, Beine und Taillen werden entblößt und wir strecken unserem Zentralgestirn genüsslich das Gesicht entgegen. Anders als in immer heißen Regionen im Süden, in denen sich die Menschen mit langen, weiten Gewändern bedecken und in den Schatten flüchten. Dabei ist es kein Geheimnis, dass und wie UV-Strahlung in unsere Haut eindringt. Ein Sonnenbrand ist „nur“ die Reaktion darauf: eine Entzündung, die zeigt, dass die Haut geschädigt wurde. In der Folge können Zellen entarten und mit der Zeit gefährlich werden. In Deutschland erkranken laut Meldung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) jährlich 373.850 Menschen neu an Hautkrebs, „seit Jahren nimmt die Zahl dieser Krebserkrankungen drastisch zu“.
Zum Glück ist die Haut gut sichtbar und die meisten auffälligen Male sind harmlos. Doch es braucht eine Portion Wissen und Selbstfürsorge, um Alterswarzen, Muttermale oder Leberflecke von Hautkrebs zu unterscheiden. Lernen Sie Ihre Haut gut kennen! Denn die meisten auffälligen Male entdecken Menschen bei sich selbst.
Harmlos oder auffällig? Häufige gutartige Hautveränderungen
Manche Muttermale, auch Leberflecke genannt, haben wir von Geburt an: Das sind Ansammlungen von Pigmentzellen in der obersten Hautschicht, die etwas erhaben und bräunlich bis fast schwarz sein können, von wenigen Millimetern bis einigen Zentimetern Größe. Auch rote Feuermale gehören zu den harmlosen Muttermalen, sie weisen auf veränderte Blutgefäße hin.
Wie viele dieser Pigmentnävi (der medizinische Fachbegriff für ein Muttermal oder einen Leberfleck) ein Mensch hat, ist einerseits genetisch veranlagt, andererseits kommen im Laufe des Alterungsprozesses neue dazu, das ist normal.
Tauchen ab dem 30./40. Lebensjahr dicke, krustige und schuppige grau-braune Flecken auf der Haut auf, sind das meist Alterswarzen. Sie können wachsen, sich verdunkeln und manchmal erschreckend aussehen, gehören aber zu den gutartigen Tumoren. Wenn sie entfernt werden, dann aus optischen Gründen.
Die wichtigsten Hautkrebsarten im Überblick
Es gibt mehrere Hautkrebsarten, die mehr oder wenig bösartig sind. Wenn Sie im Rahmen der Vorsorge den Hautkrebs früh erkennen, haben alle sehr gute Heilungschancen!
Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)
Schwarzer Hautkrebs bildet sich aus Pigmentzellen, ist aggressiv, kann schnell in Organe streuen und Metastasen bilden; er muss zügig behandelt werden.
Das sind die Symptome:
- Neuentstehung oder deutliches Wachstum eines bestehenden Pigmentmals
- hellere und dunklere Flecken in einem Mal
- asymmetrische Form
- Fleck wächst unscharf in die gesunde Haut
- Melanom wächst in die Tiefe
- Jucken, Bluten oder Nässen
- B-Symptomatik: Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust
Achtung: Ein besonders hohes Risiko tragen Menschen mit vielen Pigmentmalen und starken Sonnenbränden vor ihrem 15. Lebensjahr. Und 10 von 100 Melanom-Erkrankungen sind erblich bedingt.
Weißer Hautkrebs
Weißer (heller) Hautkrebs kommt häufiger vor als schwarzer, ist aber weniger gefährlich; da er langsam wächst, ist er meistens heilbar.
Am häufigsten ist das Basaliom (Basalzellkarzinom). Es sieht anfangs wie ein durchscheinendes, perlmuttartig glänzendes Knötchen aus, ähnlich wie Wachs, das auch dunkel pigmentiert sein kann. Später sinkt die Oberfläche in der Mitte ein, sodass eine Mulde entsteht. Basalzellkarzinome treten vor allem an Hautstellen auf, die viel Sonne abbekommen haben.
Das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) ist die zweithäufigste Hautkrebsart und entsteht ebenfalls vor allem an Stellen, die häufig UV-Strahlung ausgesetzt waren. Typisch ist anfangs eine leicht gerötete Stelle, die sich rau und schorfig wie Sandpapier anfühlt und manchmal blutet. Unbehandelt entstehen eine verhornte Kruste und ein bösartiges Karzinom, das ab 2,5 mm Dicke streuen und Metastasen bilden kann.
Hautkrebs erkennen: Warnzeichen und typische Symptome
Die ABCDE-Regel hilft dabei, Hautkrebs zu erkennen:
A = Asymmetrie: nicht gleichmäßig rund oder oval
B = Begrenzung: unregelmäßig, ausgefranst oder in die gesunde Haut laufend
C = Colour: mehrere Farbtöne
D = Durchmesser: größer als 3 bis 5 mm, wobei die Größe allein nicht entscheidend ist
E = Erhabenheit oder Entwicklung: Ein bestehendes Mal verändert sich, wird zum Beispiel dicker
Auch ein Warnzeichen: das „Ugly Duckling Sign“. Als „hässliches Entlein“ werden die Male auf der Haut eines Menschen bezeichnet, die den anderen nicht ähneln.
Zum Thema „Hautkrebs erkennen“ bietet die Deutsche Krebshilfe eine kostenlose Broschüre zum Download.
Bei Verdacht auf Hautkrebs oder einer Diagnose hilft das DKFZ telefonisch weiter, täglich von 8 bis 20 Uhr unter der Telefonnummer 0800 420 30 40 oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.
Vorstufen von Hautkrebs erkennen – und entfernen!
Als Präkanzerose wird Gewebe genannt, das ein hohes Risiko aufweist, sich im Laufe der Zeit zu einer Krebserkrankung zu entwickeln. Die häufigsten sind aktinische Keratosen, die in ein Spinaliom übergehen können. Sie bezeichnen trockene, leicht schuppende Hautveränderungen. Die hautfarbenen, rötlichen oder rötlich-braunen Keratosen entstehen durch UV-Strahlung, vorzugsweise auf sogenannten Lichtterrassen, also exponierten Bereichen wie Dekolleté, Glatze, Handrücken oder Nase. Aktinische Cheilitis betrifft die Lippen, deren Kontur dadurch unscharf erscheinen kann.
Präkanzerosen sollten unbedingt behandelt werden, bevor sie entarten. Hautärzte nutzen diverse Behandlungsmöglichkeiten, vom Abkratzen (Kürettage) und Herausschneiden, über wirksamen Cremes bis zu Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie).
Video: Welche Auswirkungen hat UV-Strahlung auf den Körper und wie kann man sich davor schützen?
Wie arbeitet die Haut, welche Hautschichten gibt es und was passiert eigentlich in Hautzellen, wenn UV-Strahlung auf den Körper trifft? Antworten finden Sie im Video vom Gesundheitsportal Bund.
Wie Sie Ihre Haut selbst richtig beobachten
Eine regelmäßige Selbstkontrolle kostet nur wenige Minuten. Dazu brauchen Sie einen Ganzkörperspiegel, einen Handspiegel, eventuell eine Lupe, einen Kamm und Ihr Handy. Liegt alles bereit? Dann ziehen Sie sich aus und stellen sich vor den Spiegel, möglichst in hellem Licht.
- Betrachten Sie Ihr Gesicht, die Nase, den Mund und die Ohren von hinten und vorne.
- Untersuchen Sie Ihre Kopfhaut mithilfe des Kamms.
- Überprüfen Sie die Hände, auch die Fingerzwischenräume und Nägel.
- Betrachten Sie Brustkorb und Oberkörper. Wenn Sie eine Frau sind: Vergessen Sie die Haut unter und zwischen den Brüsten nicht.
- Beugen Sie die Ellbogen und untersuchen Sie Achselhöhle und Arme.
- Um den Nacken und Rücken zu betrachten, nutzen Sie den Handspiegel.
- Betrachten Sie mit dem Handspiegel den Intimbereich, die Pofalte sowie Fußsohlen und -nägel.
Oder bitten Sie eine Freundin, den Partner oder andere Familienmitglieder darum, an Stellen nachzuschauen, die Sie nicht sehen können, und auch, wenn Sie zum Abschluss Fotos von auffälligen Hautstellen machen möchten, zum Beispiel für eine Videosprechstunde mit einem Hautarzt in der TeleClinic.
Die Selbstuntersuchung empfiehlt sich monatlich, vor allem bei folgenden Risikofaktoren:
- helle Haut
- Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend
- viele (über 40) Pigmentmale
- regelmäßige Solariumbesuche
- geschwächtes Immunsystem
- Arbeit im Freien
- bereits Auftreten von schwarzem Hautkrebs in der Familie
Hautkrebsscreening: Kassenleistung und Ablauf
„Der beste Schutz vor Hautkrebs ist konsequenter UV-Schutz – eine einfache, aber effektive Maßnahme, um das persönliche Hautkrebsrisiko zu senken“, mahnt Prof. Michael Ghadimi von der Deutschen Krebsgesellschaft. „Die zweite wichtige Säule der Hautkrebsprävention ist die regelmäßige Teilnahme an den Check-ups. Denn in den meisten Fällen ist Hautkrebs heilbar, wenn er früh genug erkannt wird.“
Bei der BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER können Sie sich schon vor dem 35. Lebensjahr über das 250 Euro Vorteils-Paket auf Hautkrebs untersuchen lassen. Das Hautkrebsscreening wird von einem Dermatologen durchgeführt. Er fragt Ihre Risikofaktoren ab, untersucht die Haut systematisch, dokumentiert auffällige Pigmentmale und Veränderungen, entnimmt gegebenenfalls Gewebe und bietet eine Nachsorge an.
Mehr über den genauen Ablauf sowie über Risikogruppen und -faktoren lesen Sie hier.
Zur Autorin: Karen Cop ist Gesundheitsjournalistin und ihre Haut hat schon viel Anschauungsmaterial geboten – nicht nur Sommersprossen, auch Alterswarzen – igitt! Zum Glück konnte ihr Hautarzt die einfach vereisen.
Illus AI-generiert (3,4,5)
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