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Resilienzförderung

"Stark werden und stark bleiben"


Was brauchen Kinder, um Tag für Tag den Anforderungen und Herausforderungen des Lebens gewachsen zu sein? Sie müssen stark sein! Und an sich und ihr Handeln glauben! In diesem Kontext wird von Resilienz gesprochen. Der Begriff Resilienz bezeichnet die Stärke eines Menschen Lebenskrisen durchzustehen - ohne seelischen Schaden zu nehmen. Er beschreibt die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Veränderungen und Schicksalsschlägen des Lebens. 

Wir haben die Psychologin Daniela Stranghöner, die den Baustein „Starke Kinder“ im Bielefelder Florina Fit-Projekt der BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER entwickelt hat, zum Thema Resilienz befragt.

Was genau bedeutet Resilienz und welches Konzept steckt dahinter?

Resilienz beschreibt die Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber schwierigen Lebensereignissen. Die Idee, die dahintersteckt, beruht auf der Beobachtung, dass manche Menschen mit herausfordernden und widrigen Situationen besser umgehen können als andere. Ein Beispiel: Naturkatastrophen, wie die Flutkatastrophe in Südostasien im Jahr 2004, sind für Menschen ein traumatisches Ereignis. Die Reaktion und der Umgang der Überlebenden mit solch einem Trauma sind jedoch höchst unterschiedlich. Von Schlafstörungen, Panikattacken bis hin zu Depressionen (u. v. m.) gibt es auch Menschen, die solche Situationen scheinbar unbeschadet, gesund oder sogar gestärkt überstehen.

Welche Eigenschaften haben resiliente Kinder im Vergleich zu anderen Kindern? Und kann jedes Kind diese „Resilienz-Eigenschaften“ erlernen? 

Wir wissen aus der Forschung, dass diese Kinder eine stabile und verlässliche Beziehung zu mindestens einer erwachsenen Person in ihrem Leben haben. Die Beziehungen zu den Bezugspersonen spielt also eine ganz wichtige Rolle – dazu gehört natürlich die Eltern-Kind-Interaktion, aber auch Vertrauen zu anderen wichtigen Menschen, mit denen die Kinder viel Zeit verbringen, wie etwa zu den ErzieherInnen in den Kitas.

Eine weitere Eigenschaft ist der Glaube an sich selbst und damit einhergehend die Überzeugung Dinge verändern zu können: Dies wird unter dem Begriff Selbstwirksamkeitsüberzeugung zusammengefasst. Als drittes großes Merkmal solcher Kinder gilt die Fähigkeit mit den eigenen Gefühlen angemessen umgehen zu können, resiliente Kinder besitzen in der Regel gute Emotionsregulationskompetenzen. Stabile Beziehungen, der Glaube an sich selbst und ausgeprägte Emotionsregulationskompetenzen sind alles Dinge, die von der Umwelt beeinflusst werden, sich im Laufe des Lebens verändern und somit auch "erlernbar" sind. 

Warum ist die KiTa ein guter Ort, um Kinder stark und widerstandsfähig zu machen? Wie sieht die Resilienzförderung in der Kita konkret aus? Nennen Sie uns bitte Beispiele.

Die Idee ist, Kinder schon frühzeitig zu stärken, damit sie die Herausforderungen, die sich ihnen im Laufe ihrer Entwicklung stellen, erfolgreich bewältigen können. Kinder, die sich sicher und geborgen fühlen und selbstbewusst sind, sind viel besser gewappnet für Herausforderungen. Das können die ganz normalen Herausforderungen sein, wie etwa selbstständig zu werden, aber auch spezifische Ereignisse, wie die Scheidung der Eltern. Die vorher erlangten Kompetenzen kommen genau in solchen Situationen zum Tragen und führen zu einer resilienten Entwicklung: Die Kinder gehen unbeschadet, im besten Fall sogar bestärkt daraus hervor.

Behalten die geförderten Kinder ihre Resilienz bzw. ihre seelische Widerstandsfähigkeit ein Leben lang?

Wie zuvor bereits gesagt, resiliente Eigenschaften werden von der Umwelt beeinflusst, geformt und verändern sich im Laufe der Zeit. Einmal erlernt bedeutet nicht automatisch für immer vorhanden. Man muss die erlernten Fähigkeiten dann auch regelmäßig einsetzen um sie zu erhalten. Wenn Sie sich einmal im Leben sportlich betätigt haben, führt dies ja auch nicht zu lebenslanger körperlicher Fitness.

Was können Eltern oder auch die restliche Familie tun, um die Resilienz ihrer Kinder weiterhin zu stärken?

Aufbauend auf die oben bereits genannten wichtigen Eigenschaften von resilienten Kindern wäre es wünschenswert, wenn Eltern eine gute Beziehung zu ihren Kindern pflegen. Ein warmherziger, interessierter und strukturierter Erziehungsstil gibt Kindern das Gefühl "da ist jemand, der ist für mich da und auf den kann ich mich verlassen." Der Glaube eines Kindes an sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten können Eltern ganz leicht durch regelmäßiges Loben stärken. Ein "das hast du wirklich gut gemacht" macht ein Kind nicht nur stolz, sondern führt auch dazu, dass es das zuvor gelobte Verhalten demnächst häufiger zeigen wird und durch die elterliche Rückmeldung ein Selbstkonzept davon entwickelt, was es gut kann.

Beim Umgang mit den eigenen Gefühlen fungieren Eltern immer als Vorbild. Wie ich zum Beispiel mit meinen Gefühlen umgehe, ob ich sie zulassen kann und Strategien kenne, mit denen es mir besser geht, hat Modellcharakter für mein Kind. Sich immer mal wieder zu fragen, wo können wir uns gemeinsame Zeitinseln schaffen, um uns etwas Gutes zu tun, ist dabei ganz wichtig. Dafür reichen schon wenige Minuten am Tag, etwa das gemeinsame Ausklingenlassen des Tages oder Kuscheln vor dem Zu-Bett-Gehen.

Fazit:

Resilienz ist ein Thema das uns alle betrifft! Die eigene Widerstandsfähigkeit kann jederzeit ausgebaut und gestärkt werden. Wie bei jeder präventiven Maßnahme gilt auch hier: je früher desto besser.

 

 

TIPP!

Fit von klein auf mit der BKK- Gesundheitsförderung für KiTas. Informieren Sie sich über alle Projekte und Angebote, mit denen die Gesundheit der Kinder von klein auf gestärkt wird.

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